THE ROY HARGROVE QUINTET “EARFOOD”

 

 

RoyHargrove-Earfood

Der Name Roy Hargrove ist Programm, von ihm kursieren bereits einige LIVE-Mitschnitte vom Deutschlandfunk, die seit Jahren immer wieder ausgestrahlt werden. Entdeckt wurde er von keinem anderen als Wynton Marsalis. Nach dem Studium im Berklee College ging es schlagartig aufwärts. 1990 kam sein Debütalbum, “Earfood” ist jetzt bereits das Zehnte unter eigenem Namen und gleichzeitig sein erstes beim Label Emarcy Records veröffentlichtes Werk.

 

 

 

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TITELVERZEICHNIS:

I’m Not So Sure
Brown
Strasbourg/St. Denis
Starmaker
Joy Is Sorrow Unmasked
The Stinger
Rouge
Mr. Clean
Style
Divine
To Wisdom The Prize
Speak Low
Bring It On Home To Me

Time

3:36
5:49
5:09
3:55
4:40
4:29
5:10
2:37
5:33
5:13

Note

 

 

 

I’m Not So Sure” - ich verstehe zwar die Aussage nicht, denn ich bin mir sicher, dass sich gerade ROY HARGROVE 100% sicher ist über die Ausrichtung seiner hier präsentierten Musik. 169 beets per minute zeigen gleich am Anfang, dass Tempo und Spielfreude angesagt sind und ein Tipp an experimentierfreudige DJs - versucht mal so einen Titel in Euer Repertoire ein zu binden - erstaunte Blicke sind Euch garantiert.

Es folgt “Brown” - ein leichtgewichtiger Latin-Mellow-Groove, in dem nach genau 60 Sekunden Gerald Clayton mit einem wundervollen Piano-Solo die Führung übernimmt. Schnippisch hört sich der Doppeltitel “Strasbourg/St. Denis” an und hier offenbart die Rhythmus-Section wieder einen zarten Slow-Funk, über den Piano und Trompete tolle Fill-Ins, aber auch ihre Soli perlen lassen können.

Starmaker” ist die erste langsame Komposition auf der CD (einfach Augen schliessen ... sich treiben lassen ... geniessen). Das ist es! ROY HARGROVE versteht es, mit diesem Track Gefühle zu wecken, nach 4 Minuten zieht Justin Robinson das Tempo saxophonisch leicht an, Piano und drums steigern sich mit, bis ein leichter Latin-Jazz-Swing das ganze wieder auflöst und wieder auf die romantisch- balladeske Schiene führt. Ein herrlicher Track!

The Stinger” ist ein luftiger “straight forward” Tanzbeinschwinger, bei dem uns Justin Robinson die “legato lines” um die Ohren haut und Mr. Clayton zusätzlich schöne Salsa-Reminiszenzen einstreut. In “Mr.Clean” ist die bestimmende Richtung ein swingender Free-Vibe mit schönen Q&A-Einlagen der Instrumente, die sich eine lockere Hardbop-Schlacht liefern. Mit einer der besten Tracks auf “Earfood”. Montez Coleman schlägt einen verschachtelten Beat, der sogar leichte Erinnerungen an die Funk-Grooves von JB aufkommen lässt und die Klang-Kaskaden, die wiederum Pianist Gerald Clayton über den Groove legt, kann man kaum mit Worten beschreiben. Eine Komposition des Jazz-Funkers Weldon Irvine übrigens.

Mit einem sogenannten “Walking Bass” beginnt “Style” - nach einer kurzen Einstimmungsphase pendelt das Stück zwischen swingendem Bop und luftigem Latinjazz hin und her. Auch “To Wisdom The Prize” ist ein Latin-Groove, bei dem ich mich versucht sehe, die Maus rhythmisch auf den Tisch zu hauen beim Anhören des Tracks (Ja, liebe Leute - sämtliche Dr.Music-Rezension sind LIVE-Rezensionen, werden direkt in den PC reingehämmert und Ihr seid gerade mitten drin!)

Nach zwei ruhigen Balladen gibt es zum Ende noch ein Cover von Sam Cooke. Sam Cooke auf ‘ner Jazz-CD? Oh, yes! Die Gospel-Ballade “Bring It On Home To Me” wurde LIVE eingespielt und ist hier ein (verdient) umjubelter dahingehauchter New Orleans-Swing. Mit Applaus verabschiede ich mich ebenfalls und muss feststellen, dass ich soeben eine der besten Jazz-Platten des Jahres 2008 gehört habe. “Thank You, Roy, You Are The Real McCoy!”

FAZIT:

Gemessen an den Aussagen, die überall zu lesen sind, dass sich ROY HARGROVE wieder zurück zum puren Jazz besinnt, kann ich nur lächeln und sagen: Bereits in der Eröffnungsschleife des ersten Piano-Licks offenbart sich hier zwar Jazz, swingender Jazz, aber auch “a real good funky time”. Der Mann hat den Funk nicht nur im Kopf, nein - er hat ihn im Herzen, im kleinen Finger sowieso, auch in der Schuhsohle, einfach überall. Hier grooved, swinged und funkt es aus allen Ecken. Ich bin mir sicher, wäre eine Maus im Zimmer, die würde aus ihrem Loch kommen und anfangen zu tanzen. Ganz große vibes auf diesem kleinen Silberling!

Personal:
Roy Hargrove (Trompete, Flügelhorn)
Justin Robinson (Altsaxofon)
Gerald Clayton (Piano)
Danton Boller (Bass)
Montez Coleman (Schlagzeug)

Veröffentlichung: 23. Mai 2008 (EmArcy Records) (TOTAL TIME: 67:03)

Roy Hargrove im Internet:
http://www.vervemusicgroup.com/royhargrove 
http://www.myspace.com/RoyHargrove 

KAUFEMPFEHLUNG:  KKKKKKKKKK

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